1905 Seit langen Jahren hegten einige Postangestellte den Wunsch, gleich den Kollegen von Lausanne und Basel, eine eigene Musik ins Leben zu rufen. Im Januar 1905, anlässlich des Familienabends der Postangestellten von der Sektion Bern, erfreuten zwei gute Cornettisten, die Briefträger Otto Zimmermann und Christian von Gunten, die Anwesenden mit einem flotten Vortrag. Die kurz darauf stattfindende Einweihung der Briefexpedition im neuen Postgebäude in Bern wurde wiederum durch musikalische Vorträge verschönert. Nun wurde alles in Bewegung gesetzt, um endlich zum Ziele zu gelangen. Binnen kurzer Zeit fanden sich 14 Kollegen, die mit eigenen und gemieteten Instrumenten in der Wohnung des Briefträgers Zimmermann in der Länggasse ihre Spiele und Zuhörer qualvollen Übungen abhielten.

Sonntag, den 9. April 1905 wurde im Café von Gunten an der Aarbergergasse beschlossen, eine Postmusik zu gründen.

Samstag, den 15. April 1905 fand im Hallergarten die konstituierende Versammlung statt. Das Eintrittsgeld wurde auf 2 Franken festgesetzt. Die Aktiven hatten 50 Rappen Monatsbeitrag zu entrichten, ferner mussten sie ihren Musikständer selber anschaffen. Als Probelokal wurde das Café Eilgut bestimmt.

1908 Noch fehlte eine wichtige Voraussetzung, um populär zu werden. Im Mai 1908 beschloss man sich zur Beschaffung einer einheitlichen Kopfbedeckung, eines Strohhutes mit Lyra. Preis Fr. 1.70, je zur Hälfte zu Lasten des Musikanten und der Vereinskasse.

1914 Im Jahre der Landi, welche im Viererfeld bei der Inneren Enge stattfand, durfte die Postmusik ein ganzes Dutzend Konzerte geben.

Voller Optimismus liess man sich die erste Uniform anmessen:

Weltpostdenkmal

Die Nachkriegszeit nach dem 1. Weltkrieg brachte nicht sofort die erhoffte Rückkehr normaler Verhältnisse. Wegen Kohlenmangel durfte zeitweise nicht einmal das Probelokal geheizt werden.

1924 Die Postmusikanten wurden wieder mit einer neuen Uniform versehen.

1927 Die erste Fahne wurde eingeweiht:

Fahnenweihe

1928 Die Postmusik Bern trat dem Kantonalbernischen Musikverband und somit auch dem Eidgenössischen Musikverband bei.

1932 Es erschien die Nr. 1 des Postmusik-Vereinsorgans.

Fleissige Redaktoren haben seither getreulich über das Geschehen berichtet:

Titelbild_32

Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde die Vereinstätigkeit wieder arg in Mitleidenschaft gezogen. Erst nach längerer Zeit und nur dank der Mithilfe älterer, zurückgetretenen Kameraden kam langsam wieder ein reduzierter Probenbetrieb in Gang.

1947 Die alte, kleidsame, braune Uniform hatte ausgedient.

Das neue dunkelblaue Uniformkleid mit Revers wurde im Kornhauskeller eingeweiht:

Uniform_47

1955 Die Postmusik wurde 50 Jahre alt und in Bern wurde das Kantonale Musikfest durchgeführt. Nach wechselvollen Jahren, mit ihren Höhepunkten und Krisen, stand die Postmusik als festgewachsene Einheit im Vereinsleben der Stadt Bern.

1964 Reise zum 10. Oesterreichischen Postmusiktreffen. Damit wurde bei unseren Postmusikanten so richtig Wanderlust geweckt. Auslandreisen sollten zur Routine, aber auch zu unvergesslichen Erlebnissen werden.

1967 Es fand wieder eine Neuuniformierung statt, man fand die Lösung im Kauf von Postuniformen ab Stange, die man in eigener Regie etwas ausschmückte und mit einer attraktiven Mütze ergänzte. In aller Stille hatte auch die charmante Gemahlin des damaligen Direktors ins Geschehen eingegriffen…

1969 … Sie stellte die erste Majorettengruppe der Stadt Bern auf die Beine, sorgte für eine geschmackvolle Einkleidung der Mädchen, leitete die Ausbildung und tanzte selbst mit der Gruppe zu den ersten Erfolgen. Mangels Nachwuchs wurde die Majoretten-Gruppe der Postmusik Bern 1993 eingestellt.
Die Postmusik Bern durfte ihre zweite Fahne einweihen.

1974 Es war der 100. Geburtstag des Weltpostvereins. Die Postmusik Bern zusammen mit Kameraden aus Lausanne und Klagenfurt musizierten mehrmals in Bern und Lausanne. Die Darbietungen wurden aus aller Welt sehr geschätzt.

1975 Die erste Frau als Mitglied der Postmusik Bern wird aufgenommen: Margret Aebersold

1980 Die Postmusik Bern konnte im Kursaal ihr 75. Jubiläum feiern.

Hier vor der Uni Bern:

UniBern_80

1981 Das bisherige Probelokal in der Schanzenpost musste aufgegeben werden. Die Leitung der Kreispostdirektion stellte jedoch im Postbahnhof an der Schanzenstrasse einen grosszügigen Ersatz zur Verfügung. Ruedi Käsermann wurde am 15. Januar im ehrwürdigen Rathaus zum Präsidenten des Stadtrates von Bern erkoren und wurde somit Sitzungsleiter der städtischen Legislative. In seinem Amtsjahr hatte ihm die Postmusik einige gut honorierte Auftritte zu verdanken.

1983 Dieses Jahr war ebenfalls gekennzeichnet durch eine Neuerung bezüglich Reiselust. Die Postmusik Bern wurde nicht an das Österreichische Postmusiktreffen von Wien eingeladen. So hatte der Verein Musse, einmal eine Reise im eigenen Land durchzuführen. Die Wahl fiel auf Zermatt und dauerte drei Tage.

1984 Wiederaufnahme der Jahreskonzerte im Casino Bern. Nach einem mehrjährigen Unterbruch hat die Postmusik Bern wieder zu einem Galakonzert ins Casino eingeladen. Die musikalischen Darbietungen im Stile der Unterhaltungsmusik dürften nach Aussagen eines kritischen Publikums als gelungen angesehen werden und den Musikantinnen und Musikanten richtungsweisend sein. Die beiden weiteren erfolgreichen Auftritte des Vereins waren die Auslandreise an das Österreichische Postmusiktreffen in Salzburg sowie das Engagement im ausverkauften Kursaalgrossanlass, der Galashow für die cerebral gelähmten Kinder, welche jährlich durch die Gebrüder Stettler auf die Beine gestellt wurde.

1985 Musikalisches Hauptereignis des Jahres war das Konzert „80 Jahre Postmusik Bern mit internationaler Musikparade“. Neben der Postmusik Bern waren die Postmusik Basel, die PTT-Blasmusik St.Gallen sowie die Postmusik Freiburg im Breisgau unsere Gäste.

1986 Die Postmusik gastierte einerseits am Rande vom Schwarzwald als Gastverein zum 90. Geburtstag der Postmusik Freiburg im Breisgau. Der zweite Grossanlass erfolgte in Lausanne beim Comptoir Suisse. Die Postmusik hatte die Ehre, die PTT am Eröffnungstag offiziell zu vertreten.

1987 Neugestaltung der Uniform mit neuen Schmuckelementen angereichert.

Albert Lehmann in der angereicherten Uniform:

Uniform_87

1988 Erstellung eines Tonträgers (Langspielplatte und Kassette) der Postmusik.

1989 Die Postmusik Bern wird zur Einweihung des „Club-Hotels Giverola“, Ferienhotel des PTT-Ferienvereins bei Tossa de Mar in Spanien eingeladen.

1990 Neben 25 Engagements, eine viertägige Auslandreise über das Elsass in das Saarland nach St. Wendel.

1991 23. Österreichische Postmusiktreffen in Innsbruck mit den sieben österreichischen Postkapellen (Graz, Imst, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg und Wien) und als Gastformationen eingeladen, die Postmusik Bern sowie die Postmusik Karlsruhe. Die Absenz der Majoretten wurde kompensiert durch das Mitmachen der vierköpfigen Tambourengruppe aus Riggisberg. Neben den vielen musikalischen Darbietungen war der Ausflug aller Musikvereine durch das Zillertal in einem Schmalspur-Dampfzug mit 25 Wagen ein prächtiges Erlebnis. Innsbruck war die letzte Teilnahme der Postmusik an den österreichischen Postmusiktreffen. Damit wurde eine langjährige Tradition mit unvergesslichen Erinnerungen sowohl in musikalischer wie in kameradschaftlicher Hinsicht beendet.
Zwei Auftritte in der Stadt Bern.: das Konzert und die Marschmusik am „Stärne Bärn Fescht“ vom 17. August und der Paradeumzug beim Festanlass „800 Jahre Bern“ vom 8. September.

1992 Dank einem äusserst günstigen Angebot des PTT-Ferienvereins startete die Postmusik am Karsamstag, den 18. April, zu einer einwöchigen Konzert- und Ferienreise nach Sardinien ins „Club-Hotel Tirreno“.

1993 Reise nach Bozen im Südtirol, Wanderwoche in Davos.
Im Dezember musste leider der Vorstand einen schmerzhaften Entscheid fällen. Die langjährige Attraktion der Postmusik der Majorettenkorps musste auf Grund der schwindenden Mitgliederzahl und des Fehlens einer Leiterin aufgelöst werden.
Eine neue Vereinsfahne wird angeschafft.

1994 Die Postmusik musizierte beim Cupfinal auf dem Wankdorf zwischen dem Grashoppers-Club und den Fussballern aus Schaffhausen, beim 8. Schweizerischen Frauenlauf sowie beim Benefizfussballspiel auf dem Neufeld für das Behindertenheim Rossfeld zwischen den Mannschaften des „FC Post“ und dem „Team 70“ mit prominenten Namen wie Conny Kissling und Beni Thurnheer.

1995 Die Postmusik wird mit einem Schlag in der ganzen Schweiz sowie in ganz Deutschland bekannt. Beim im Fernsehen live übertragenen Fussballspiel Schweiz-Deutschland vom 23. Juni im Stadion Wankdorf wurden vor dem Anpfiff die beiden Nationalhymnen gespielt und in der Pause präsentierte der Verein das Platzkonzert.
Zweite Reise in das „Club-Hotel Giverola“ des PTT-Ferienvereins bei Tossa de Mar an der Costa Brava. Sie dauerte vom Samstagabend, den 29. September, bis zum Sonntagmorgen, den 8. Oktober.

1996 Durchführung des Amtsmusiktages des Mittelländischen Musikverbandes in Bern. Als Organisatoren wirkten die Kavallerie-Bereitermusik, die Metallharmonie, die Postmusik sowie die Stadtmusik.
Teilnahme am 4. Schweizerischen Majoretten-Festival in Zürich.

1997 Das Jahreskonzert im Casino wurde bereichert vom Jodlerklub Bahnpost, der in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feiern konnte.
Wegen Platzmangel musste das Probelokal im Postbahnhof aufgegeben werden.

Nach der Sommerpause stellte die PostFinance an seinem Hauptsitz an der Engehaldenstrasse 37 neue Lokalitäten für die Proben sowie für das Noten-, Material-, Uniformen- und Instrumentenarchiv zur Verfügung:

Engehalde_97

Die zweitägige Vereinsreise im Herbst stand unter dem Motto „Die Postmusik Bern besucht das Engadin“.

1998 Die Auflösung der PTT in zwei getrennte Unternehmungen Post und Swisscom bedingte eine Neuregelung der Subventionen an die PTT-Vereine. Die Sport- und Kulturvereine der ehemaligen PTT wurden neu im Dachverband VSKPS (Verband Sport und Kultur Post/Swisscom) zusammengefasst. Die Subventionen der beiden Unternehmungen wurden diesem Dachverband überwiesen und dieser besorgte dann die Verteilung an die angegliederten Vereine. Präsident Kurt Rüegg wurde als Vertreter aller Kulturvereine in den Vorstand des VSKPS gewählt und konnte somit die Interessen der Postmusik bestens vertreten.
Der im November erstmals durchgeführte Brunch zwischen der Postmusik und dem Postmännerchor sowie der traditionelle Schlusshöck im Dezember waren zwei stimmungsvolle und kameradschaftliche Treffen.

1999 Jean-Louis Borel hat während 35 Jahren als Vizedirigent gewirkt. Er hat mehrere Direktoren in der musikalischen Leitung unterstützt und musste auch mehrmals bei Vakanzen die Proben und Auftritte des Vereins selber übernehmen.

Nach seinem Rücktritt übernahm logischerweise Margret Aebersold, die auch schon über etliche Jahre als zweite Vizedirigentin tätig war, die Funktion als Vizedirigentin:

Margret

Die zunehmenden Defizite beim Casinokonzert bewirkten die Streichung dieses einst erfolgreichen Anlasses. Als Ersatz wurde beschlossen, inskünftig das Jahreskonzert zusammen mit einem Gastverein als Matinéekonzert im Kursaal Bern durchzuführen. Zur Vorbereitung des Jahreskonzertes fand erstmals im März ein Musikweekend statt. Renata und Hansjürg Gerber zeichneten für die Planung und Durchführung verantwortlich, als Austragungsort diente die vorzügliche Infrastruktur der kantonalen Landwirtschaftsschule „Inforama“ in Ins.
Vor einer recht beachtlichen Kulisse ging das erstmals im Kursaal durchgeführte Matinéekonzert am 18. April über die Bühne.
Aus Anlass des Jubiläums „150 Jahre Schweizerische Post“ lud die Post ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Angehörigen zu einem Besuch des Nationalzirkus Gebrüder Knie ein. An verschiedenen Orten in der Schweiz fanden dreissig Vorstellungen statt. Dreimal in Bern und einmal in Thun musizierte die Postmusik Bern vor der Vorstellung beim Apéro und konnte sich so der Belegschaft der Post präsentieren.
Um auch nach den Sommerferien eine echte musikalische Herausforderung zu haben, wurde beschlossen, kurz vor Weihnachten ein Adventskonzert mit festlicher Literatur vorzubereiten.

2000 Die dritte Spanienreise in das Club-Hotel Giverola des PTT-Ferienvereins war eine unterhaltsame Angelegenheit. Erfreulich war dabei die überaus grosse Teilnehmerzahl von Vereinsangehörigen mit Kindern und von Passivmitgliedern.
Der ausgeschriebene Bläserkurs fand ein gutes Echo und so konnten Margret Aebersold und Kurt Rüegg als Kursleiter die Ausbildung in Angriff nehmen.

2001 Die Schweizerische Post und der „Verband Sport und Kultur Post/Swisscom“ sind die beiden Hauptstützen des Vereins, sowohl bezüglich Anfragen für Auftritte, finanzielle Unterstützung und Vereinslogistik. Der enge Kontakt von Präsident Kurt Rüegg zur Post ermöglichte es, eine attraktive und günstige neue Uniform zu beschaffen, nämlich den speziell für Marketingmitarbeiter der Post konzipierten anthrazitfarbigen Anzug.

2002 Der junge, ambitiöse Direktor Christian Chenaux verliess im August den Verein und so musste wiederum einmal mehr Vizedirigentin Margret Aebersold in die Bresche springen.

2003 Im Juni organisierte der Konzerneinkauf der Post am Samstag, den 14. Juni, einen Tag der offenen Tür in seinem Logistikzentrum an der Bolligenstrasse in Bern. Die Postmusik konzertierte dabei im Besucherzelt, das speziell für diesen Anlass aufgestellt wurde. Der zweite Auftritt erfolgte am Samstag, den 18. Oktober, an der Vernissage der Kunstausstellung der Kunstvereinigung Post/Swisscom im Forum der Post in Magglingen.
Ab Ende November wurde die Postmusik Bern, da ohne Dirigent, interimistisch gemeinsam von Margret Aebersold und Kurt Rüegg musikalisch geleitet.

2004 Das Matinéekonzert vom 2. Mai 2004 im Kursaal wurde mit Spannung und einiger Nervosität von Musikantinnen und Musikanten erwartet. Die Interimsdirigenten Margret Aebersold und Kurt Rüegg zeigten jedoch Nervenstärke und führten den Taktstock auf souveräne Manier.

2005 Die Postmusik Bern kann ihren 100. Geburtstag feiern, mit drei Schwerpunkten:
> Jubiläums-Galakonzert am Samstagabend, den 11. Juni, im Kursaal Bern
> Jubiläumsreise nach Prag
> Erstellung der Jubiläumsschrift„100 Jahre Postmusik Bern“:

Jubiläumstitelblatt

2006 Unser Sponsor, Ehrenmitglied und guter Mitstreiter Ruedi Käsermann feiert seinen 80en Geburtstag bei einem Ständli der PMB im Restaurant Innere Enge.
> Die Postmusik nimmt Abschied von unserem Ehrenpräsident Hans Camenzind, er war 19 Jahre unser Präsident.

2007 Musik auf dem Schiff, wir umrahmten das Pensionierten Treffen der Post musikalisch.

2008

2009 Die Postmusik geht auf Reise, diesmal ist das Ziel der Ortasee.

2010 Reisen ist angesagt, also ab ins Elsass.

2011 Zur l. Augustfeier ist die PMB an der Reihe, mit strammer Marschmusik durch die Altstadt bis zum Münsterplatz, wo die Bundesrätin Frau Evelin Widmer-Schlumpf die l. Augustrede hielt.

2012 Vereinsreise ins Piemont, wo Weindegustationen und Stadtbesichtigungen von Turin und Alba auf dem Programm standen.

2013 Als Matineekonzert wird ein Muttertagskonzert ausgeführt, mit anschliessendem Mittagessen.
> Im Dezember nehmen wir Abschied von unserem Ehrenmitglied Ruedi Käsermann.

2014 Unsere Vereinsreise führt uns für drei Tage nach München, wo wir Hofbräuhaus, die Wiesen (Oktoberfest im Aufbau) usw. geniessen.